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Background
Eine
Software-Entwicklungsfirma steht vor dem Launch ihrer Neuentwicklung:
Ein System, mit dem Mittelständler die gesamte Breite von
Werbemitteln wie Print-Kataloge, e-Catalogs, Website, Broschüren
etc. in wenigen Stunden durch eigene Angestellte entwerfen, mit
Inhalt füllen und veröffentlichen können. Vorteile: Teure Werbeagenturen
müssen nicht in Anspruch genommen werden; Werbemittel sind ständig
aktualisiert verfügbar. Ein potentieller VC-Geber steht der Idee
grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, sieht aber Lücken im Marketingkonzept:
ob, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang sollte die Software
auch an Werbeagenturen vermarktet werden?
Mit
den Mitteln der Strategiesimulation wurde mit den Entwicklern (selbst
hervorragende Kenner der Werbebranche) ein Strategiemodell entworfen
und daraus eine Optimalstrategie ermittelt.
Das
Modell
Unter
ithink wurden zwei Teilmodelle erstellt:
- der
Markt der Kleinunternehmen und Mittelständler ("KMU")
>>
Bild "KMU"
- der
Markt der Agenturen ("Agentur") >>
Bild "Agentur"
Beide
unterliegen ähnlichen, aber eigenen Regeln, sind miteinander verknüpft
und beeinflussen sich gegenseitig:
- Die
Nachfrage der KMUs nach der Software nimmt in dem Maße ab, wie
Werbeagenturen die Software selbst besitzen und damit die damit
möglichen Dienstleistungen zu günstigen Preisen an KMUs anbieten
können.
- Die
Nachfrage der Werbeagenturen nimmt in dem Maße ab, wie bereits
KMUs über sie verfügen und damit als Kunden wegfallen.
- Es
sind zwei Versionen denkbar: eine teure "Profi"-Version
für Agenturen und eine preiswertere "Express"-Version
für KMUs.
- "Me-too"-Wettbewerber
werden in 2-3 Jahren eine ähnliche Software auf den Markt bringen,
so daß der zu erwartende Marktanteil unter den bis dahin nicht
bedienten Kunden unter allen Wettbewerbern aufteilen wird.
Ziel des Modells
ist
die Maximierung des Umsatzes durch die optimale Wahl des Zeitpunktes,
ab dem die Vermarktung der "Profi"-Version mit einem höheren
Preis an die Werbeagenturen beginnt.
Nutzen
- Der Vergleich
verschiedener Strategien zeigt, daß nach ca. 18 Monaten ein optimaler
Zeitpunkt für den Beginn der Vermarktung an Agenturen ist. >>
Bild
- Das
Gründer der Software-Firma waren gezwungen, sich mit dem Markt,
seine Segmentierung, dem Targeting und der Entwicklung der Nachfrage
auf den Teilmärkten intensiv auseinanderzusetzen sowie die Dynamik
und strategischen Entscheidungsmöglichkeiten vor Beginn der Marketingkampagne
zu testen.
- Annahmen,
die bis dahin unwidersprochen im Raum gestanden hatten und die
Grundlage für den vorläufigen Businessplan gebildet hatten, wurden
durch die Erstellung des Modells hinterfragt, teilweise umgeworfen
und teilweise ergänzt.
- Der
Businessplan erhielt Substanz: Risiken und Chancen der Marketingstrategie
wurden Gründern und dem Investor quantifiziert.
- Der
Investor konnte eine rationale Entscheidung bezüglich seines Engagements
treffen.

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